Begegne dem Pferd und finde dich selbst

Ich gehöre zu den Glücklichen Menschen die es erleben durften, wie es ist, wenn ein Pferd alles für seinen Menschen gibt. ich durfte mich von meinem Pferd ohne Sattel und ohne Zaum über Brücken, Gräben und durch Schluchten tragen lassen. Ich hatte keinerlei Einfluss auf den Weg oder das Tempo aber ich war nie in meinem Leben so sicher aufgehoben wie in diesen innigen Momenten. Ich durfte mit meinem Pferd zu Fuss durch die Wälder streifen ohne Seil ohne Zwang, sie war immer bei mir.

Nur dann ist dieses eine Pferd verschwunden, aus meinen Augen in mein Herz gezogen und ich war alleine auf mich gestellt. Was nun? Wie bekomme ich ein anderes Pferd dazu, mir genau das zu schenken? Nach 4 Jahren Suche kann ich nur eine Antwort geben: mit dem Herzen.
Es gibt kein Training, keine Methode, kein besonderes Pferd welches dieses Gefühl, dieses Glück, dieses absolute Vertrauen bringen kann. Es geht nur durch die Verbindung zweier Herzen.
Nun ja, Flying Hope ist weg und jedes andere meiner mittlerweile etwa 15 Pferde verweigert mir diese Verbundenheit. Ich habe mich auf den Weg gemacht um herauszufinden warum dem so ist. Die Antwort habe ich nun gefunden und mit ihr die so verzweifelt ersehnte Hilfe auf 4 Beinen.
Was aber habe ich daraus gelernt? Ja, das was ich gelernt habe ist, wir haben keine Forderung zu stellen. Das Pferd schuldet uns nichts! Auch dann nicht, wenn wir es aufgenommen haben, ihm Liebe schenken, es Füttern und Pflegen. Auch nicht wenn wir ihm das aller beste Material besorgen. Nein es schuldet uns nichts denn es war ganz alleine unsere Entscheidung es zu holen!
Wie kann ich nun meine kleine "Reitschule" mit diesem Wissen weiterführen. Aufhören geht nicht, zu viel steht auf dem Spiel und wenn ich ehrlich bin, so feige möchte ich auch nicht sein. Aber wie denn?
Die Antwort habe ich in den Augen meiner Pferde gefunden. Mit unserer Hilfe. Lass uns mitreden, lass uns gemeinsam mit den Kindern den Unterricht gestalten. Was ich im Ansatz ja bereits tat aber eben nur im Ansatz. Ich bin immer da und plane und bereite vor und mache mir sorgen und und und.... aber Vertrauen, das konnte ich nicht.
Es ist die Erinnerung an Flying Hope, an die Freiheit, die mir die Lösung zeigt. Woher kam die Verbundenheit? Aus unserer Freundschaft. Und diese Freundschaft entstand frei von jeglichem Einfluss von Erwachsenen! Wir haben gespielt, getobt einander gejagt, einander gekrault. Keiner stand da und sagte mir Achtung, sie ist gefährlich., keiner sagte mir was du machst ist falsch. Gefährlich wurde Flying Hope erst, als ich anfing sie zu reiten und das so, wie ich es in der Reitschule gelernt hatte, mit Gewalt. Das hat Flying Hope nicht geduldet. Sie hat mir geholfen, einen anderen Weg zu finden auch beim Reiten.
Es sind diese Erinnerungen, die mich jetzt begleiten auf meinem neuen Weg mit den Kindern und den Pferden. Das Wissen darum, dass Pferde nur sicher sind wenn sie absolut frei sind! Wir sind keine Reitschule, wir sind ein begegnungs Ort. Ich bin keine Reitlehrerin, ich begleite nur. Und wer das Reiten durch begegnen lernen möchte, ist bei uns herzlich willkommen.